Fassadendämmung Kosten 2026: Preise pro m², Rechenbeispiel und Förderung

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Kurz gesagt: Eine Fassadendämmung mit Wärmedämmverbundsystem (WDVS) kostet als Richtwert etwa 120 bis 250 € pro m² Fassadenfläche, dazu kommen Gerüst (rund 5–20 €/m²) und Nebenkosten wie Fensterbänke und Entsorgung. Für ein typisches Einfamilienhaus mit 140 m² Fassade liegen Sie damit grob bei 20.000 bis 40.000 €. Der Bundes-Sanierungsbonus nimmt seit 2. Februar 2026 keine neuen Anträge an; laut Bund sind ab 4. Jänner 2027 wieder Anträge möglich – bis dahin Länderförderung und die Öko-Sonderausgabenpauschale prüfen.

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Ein Jännerabend, draußen minus vier Grad. Sie sitzen im Wohnzimmer, die Heizung läuft, und trotzdem ist die Wand hinter dem Sofa kalt, wenn Sie die Hand darauflegen. In der Ecke beim Fenster zeigt sich ein grauer Schatten. Genau hier setzt eine Fassadendämmung an: Sie macht die Wand innen wärmer, senkt die Heizkosten und schützt vor Schimmel. Aber was kostet das wirklich, welche Posten stehen im Angebot, und wie viel davon zahlt die Förderung? In diesem Ratgeber: Preise pro m², ein durchgerechnetes Beispiel, der aktuelle Förderstand und eine Checkliste für den Angebotsvergleich.

Fassadendämmung Kosten auf einen Blick (Richtwerte, Stand 11/2026)

Posten Richtwert Anmerkung
WDVS komplett (Dämmung, Kleber, Dübel, Armierung, Putz) ca. 120–250 €/m² abhängig von Dämmstoff, Dicke, Fassadenform
Gerüst (Auf- und Abbau, Standzeit) ca. 5–20 €/m² Standzeit länger = teurer
Fensterbänke außen, Anschlüsse je nach Anzahl Fenster oft unterschätzt
Nebenkosten (Entsorgung, Baustelleneinrichtung) grob 2.000–3.000 € Orientierungswert
Energieausweis / Planung variiert für Förderung meist Pflicht

Quelle der Spannen: Marktübersicht aroundhome (aktualisiert 10/2026). Regionale Preise in Österreich weichen ab – entscheidend sind mindestens drei vergleichbare Angebote.

Was den Preis pro m² treibt

  • Dämmstoff: EPS (Styropor) ist meist am günstigsten; Mineralwolle ist nicht brennbar und wird bei höheren Gebäuden häufig verlangt; Holzfaser und andere Naturdämmstoffe sind in der Regel teurer.
  • Dämmstärke: Mehr Zentimeter bedeuten mehr Material, aber kaum mehr Arbeitszeit. Für Förderungen gilt meist ein Mindest-Dämmstandard, also nicht zu knapp planen.
  • Fassadenform: Erker, Gauben, viele Fenster und Vorsprünge erhöhen Arbeitsaufwand und Verschnitt.
  • Untergrund: Lose Putzschichten, Risse oder Feuchtigkeit müssen vorher saniert werden.
  • Zugänglichkeit: Enge Grundstücke, Nachbargrenzen oder Hanglage verteuern das Gerüst.

Ein Detail, das viele vergessen: Bei Häusern aus den 1960er- bis 1980er-Jahren können alte Fassadenplatten Asbest enthalten. Vor dem Abriss unbedingt prüfen lassen – mehr dazu in Asbest im Altbau erkennen.

Rechenbeispiel: Einfamilienhaus mit 140 m² Fassade

Posten günstige Variante teure Variante
WDVS 140 m² × 120 € bzw. × 250 € 16.800 € 35.000 €
Gerüst 140 m² × 5 € bzw. × 20 € 700 € 2.800 €
Nebenkosten 2.000 € 3.000 €
Summe (Richtwert) 19.500 € 40.800 €

Die meisten Angebote für ein einfaches Einfamilienhaus liegen irgendwo dazwischen. Ein Angebot deutlich unter der unteren Spanne ist kein Glücksfall, sondern ein Grund nachzufragen: Fehlen Gerüst, Fensterbänke oder die Untergrundvorbereitung?

Fassadenfläche selbst schätzen: Umfang des Hauses × Höhe bis zur Traufe, minus Fenster- und Türflächen, plus Giebelflächen. Beispiel: 40 m Umfang × 6 m Höhe = 240 m², minus 30 m² Fenster und Türen = 210 m², plus 2 Giebeldreiecke à 10 m² = 230 m². Unser Beispiel mit 140 m² entspricht einem kleineren, eingeschoßigen Haus.

Förderung: Stand November 2026

Förderung Stand 11/2026
Sanierungsbonus (Bund) Seit 2. Februar 2026 keine neuen Registrierungen; bestehende Anträge bleiben gültig
Sanierungsoffensive 2027 Anträge laut Bund ab 4. Jänner 2027; Bedingungen werden noch veröffentlicht
Obergrenze Bundesförderung höchstens 30 % der förderfähigen Kosten (Sanierungsoffensive gesamt)
Landesförderung je nach Bundesland, mit Bundesförderung kombinierbar
Öko-Sonderausgabenpauschale steuerlicher Bonus für geförderte thermische Sanierung, automatisch über mehrere Jahre

Was das für Sie bedeutet: Planen Sie den Auftrag so, dass Sie die Förderung 2027 nicht verlieren. Viele Förderungen verlangen, dass Sie sich vor Beginn der Arbeiten registrieren. Details und laufende Updates: Sanierungsbonus 2027. Wie die steuerliche Absetzbarkeit funktioniert, steht in Sanierung steuerlich absetzen.

Rechenbeispiel Förderung (vereinfachte Annahme): Bei 30.000 € förderfähigen Kosten wären 30 % maximal 9.000 € Bundesförderung. Die tatsächliche Höhe hängt von den Bedingungen 2027 ab, die noch nicht veröffentlicht sind.

Ablauf in 7 Schritten

  1. Energieausweis erstellen lassen – Grundlage für Planung und Förderung (Energieausweis-Pflicht 2026).
  2. Förderbedingungen prüfen: Bund (ab 4.1.2027) und Ihr Bundesland.
  3. Bewilligung klären: In Wien und anderen Gemeinden kann eine Fassadenänderung anzeige- oder bewilligungspflichtig sein (Baubewilligung und Bauanzeige in Wien).
  4. Drei Angebote mit gleichen Positionen einholen (Checkliste unten).
  5. Registrierung für die Förderung, bevor Arbeiten beginnen.
  6. Ausführung in frostfreier Zeit; Putz und Kleber brauchen passende Temperaturen.
  7. Abrechnung mit Rechnungen und Bestätigungen für Förderung und Steuer.

Tipp: Wenn auch die Fenster alt sind, tauschen Sie sie vor oder mit der Dämmung. So sitzen die neuen Fenster richtig in der Dämmebene, und Sie vermeiden Wärmebrücken. Mehr in Fenstertausch Förderung 2027.

Checkliste für den Angebotsvergleich

  • [ ] Fassadenfläche in m² angegeben und nachvollziehbar
  • [ ] Dämmstoff, Dicke und Wärmeleitfähigkeit genannt
  • [ ] Gerüst inklusive Standzeit enthalten
  • [ ] Untergrundvorbereitung (Reinigung, Ausbesserung) als eigene Position
  • [ ] Fensterbänke, Laibungen, Sockel, Anschlüsse an Dach und Fenster
  • [ ] Endbeschichtung (Putz, Farbe) beschrieben
  • [ ] Entsorgung und Baustelleneinrichtung
  • [ ] Bestätigung, dass die Ausführung den Förderbedingungen entspricht
  • [ ] Zeitplan und Gewährleistung

Häufige Fehler

  • Nur den m²-Preis vergleichen – ohne Gerüst und Anschlüsse ist er wertlos.
  • Zu dünn dämmen, um zu sparen – später nachrüsten kostet ein zweites Gerüst.
  • Arbeiten vor der Förder-Registrierung beginnen.
  • Fenster vergessen – sie gehören zur Planung, auch wenn sie später kommen.
  • Feuchte Wände einpacken, ohne die Ursache zu beheben.

Häufige Fragen

Was kostet eine Fassadendämmung pro m²?

Als Richtwert ca. 120 bis 250 € pro m² für ein Wärmedämmverbundsystem, plus Gerüst mit etwa 5 bis 20 € pro m² und Nebenkosten. Der Preis hängt von Dämmstoff, Dicke und Fassadenform ab.

Was kostet die Fassadendämmung für ein Einfamilienhaus?

Bei 140 m² Fassade grob 20.000 bis 40.000 € inklusive Gerüst und Nebenkosten. Größere Häuser oder aufwendige Fassaden kosten entsprechend mehr.

Gibt es 2026 noch eine Förderung für die Fassadendämmung?

Der Bundes-Sanierungsbonus nimmt seit 2. Februar 2026 keine neuen Anträge an. Laut Bund können ab 4. Jänner 2027 wieder Anträge gestellt werden. Landesförderungen und die Öko-Sonderausgabenpauschale sollten Sie zusätzlich prüfen.

Lohnt sich eine Fassadendämmung?

Bei ungedämmten Außenwänden meist ja: Die Wände werden innen wärmer, das Schimmelrisiko sinkt und die Heizkosten gehen zurück. Wie schnell sich die Investition rechnet, hängt von Heizsystem, Energiepreis und Förderung ab.

Wie dick sollte die Dämmung sein?

Das legen Planung und Förderbedingungen fest. Für Förderungen gilt meist ein Mindest-Dämmstandard für die Außenwand; lassen Sie die Dicke vom Energieberater bzw. im Energieausweis berechnen.

Brauche ich eine Baubewilligung für die Fassadendämmung?

Das hängt vom Bundesland und der Gemeinde ab. In Wien kann eine Änderung der Fassade anzeige- oder bewilligungspflichtig sein, besonders in Schutzzonen. Klären Sie das vor der Beauftragung.


Quellen: oesterreich.gv.at – Sanierungsoffensive 2026 (Antragsstopp Sanierungsbonus seit 02.02.2026, Anträge ab 04.01.2027, Obergrenze 30 %); aroundhome – Fassadendämmung Preise (aktualisiert 05.10.2026); Bundesministerium für Finanzen – Öko-Sonderausgabenpauschale. Richtwerte ohne Gewähr, keine Rechts- oder Steuerberatung. Stand 11/2026.

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